class="csc-frame csc-frame-default"Sind Wissensordnungen Wissen zweiter Ordnung?

Zentrum Geschichte des Wissens

Universität Zürich

Eidgenössische Technische Hochschule Zürich

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LARISSA SCHÜLLER

Kommunikationsarbeit = Frauenarbeit: Technologie, Gender und kommunikative Praktiken in den Schweizer Telefonzentralen, 1881-1980


Das Dissertationsprojekt befasst sich mit der Arbeit von Telefonistinnen in den Schweizer Telefonzentralen. Telefonistinnen stellten Verbindungen zwischen den Telefonteilnehmer*innen her und vermittelten ihnen den Umgang mit dem Telefon. Die Arbeit am Vermittlungspult wurde von Anfang an fast ausschliesslich von Frauen ausgeübt.
Ausgangspunkt des Dissertations- projekts ist, dass seit dem letzten Drittel des 18. Jahrhunderts ein Frauenbild ausgeformt wird, demzu- folge Frauen für den häuslichen Bereich und für die Pflege sozialer Beziehungen sowie die dafür notwendige Kommunikation besonders geeignet seien. Nach diesem bürgerlichen Ideal war (und ist) Kommunikationsarbeit – so zumindest die These des Projekts – Frauenarbeit.
Anhand der Untersuchung eines typischen Frauenberufs, nämlich der Telefonistin, wird gefragt, inwieweit diese bürgerlichen Zuschreibungen auch in Technisierungsprozessen stabil bleiben, wie Technologien kulturelle Genderstereotype stabilisieren oder transformieren und welchen Einfluss sie auf kommunikative Ideale und Praktiken, auf die Organisation und Bewertung von Arbeit und Wissen sowie auf das Fremd- und Selbstbild von Angestellten haben.