class="csc-default"Ist Wissen fortlaufende Übersetzung?

Zentrum Geschichte des Wissens

Universität Zürich

Eidgenössische Technische Hochschule Zürich

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WAS IST DAS ZGW?

Portrait

Das Zentrum »Geschichte des Wissens« (ZGW) ist eine gemeinsame wissenschaftliche Einrichtung der Universität Zürich (Kompetenzzentrum) und der ETH Zürich (Zentrum des D-GESS). Es hat sich der Förderung und Koordination kulturwissenschaftlicher, historischer und philosophischer Forschung und Lehre über moderne Wissenssysteme und Wissensgesellschaften verpflichtet.
Das ZGW versteht sich als wissenschaftlicher Forschungs- und Lehrverbund sowie als Plattform für ein öffentliches Nachdenken über die Funktion von Wissen in modernen Gesellschaften.

Mit der Bestätigung durch den Universitätsrat der Universität Zürich wurde das ZGW rückwirkend zum 1. Januar 2005 als gemeinsames Kompetenzzentrum von ETH Zürich und Universität Zürich gegründet und zum 1. Januar 2010 wieder anerkannt.

Gegenwärtig wird das ZGW von zwölf UZH ProfessorInnen und sieben ETHZ Professoren, sowie 32 temporär assoziierten Mitgliedern (PostDocs) getragen. Es führt damit Kompetenzen aus Philosophie, Literatur-, Kultur-und Geschichtswissenschaft (Wissenschafts-, Global-, Architektur-, Kunst-, Medizin- und Technikgeschichte) zu einem interdisziplinären und stark international ausgerichteten Forschungsverbund zusammen.

Am ZGW angebunden sind auch ein Masterstudiengang sowie ein SUK-Doktoratsprogramm.

Unsere Forschung

Der Ausgangspunkt der Forschung am ZGW ist keine unité de doctrine, sondern ein geteilter Problem- und Fragehorizont, der auf der Annahme basiert, dass die Wissensentwicklung und ihre epistemischen, technischen und kulturellen Voraussetzungen sowie ihre Konsequenzen als grundsätzlich offener Prozess angesehen werden müssen. Das ZGW versteht sich daher als ein Ort, an dem in erster Linie historische, kulturwissenschaftliche und philosophische Reflexionen der Wissensentwicklung stattfinden sollen. Um vorschnelle Grenzziehungen in der Analyse der modernen Wissensgesellschaften zu vermeiden, etwa zwischen wissenschaftlichem und populärem Wissen, werden am ZGW methodisch die Zirkulationen verschiedener Wissensformen innerhalb der Gesellschaft in den Fokus gerückt. Dies umfasst sowohl eine Reflexion über die Entstehung, Erhaltung und den Verfall wissenschaftlichen, technischen und medizinischen Wissens, seiner Praktiken, Semantiken und materiellen Grundlagen, als auch das Nachdenken über nicht-wissenschaftliche Formen von Wissen, wie sie als Wert- und Praxisorientierungen in der Lebenswelt wirksam sind.

Die für das ZGW zentrale Kategorie »Wissen« wird in Abgrenzung zu einem traditionellen Begriff von Wissenschaft bzw. rein »wissenschaftlichem Wissen« folgendermassen umrissen:

Formen des Wissens
Wissen umfasst akademische, aber auch verschiedenste Formen von nicht-gelehrtem, von »öffentlichem« und »populärem« Wissen. Das alte epistemische Privileg des wissenschaftlichen Wissens weicht damit einem dynamischeren und praxiologischen, insgesamt damit komplexeren Begriff von Wissen.

Zirkulationen des Wissens
Wissen zirkuliert zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Sphären. In diesen Austauschprozessen zwischen akademischen und nicht-akademischen Wissensformen wird neues Wissen generiert, verteilt und laufend verändert.

Praktiken des Wissens
Wissen ist nicht freischwebend: Wissen ist zum einen mit Institutionen verbunden und damit Teil von Machtbeziehungen; zum anderen ist Wissen immer mit materiellen Praktiken verwoben, von Medien, Repräsentations- und Visualisierungstechniken sowie von Sprach- und Diskursformen abhängig bzw. durch diese erst konstituiert.

Hier geht es zu unseren grösseren Forschungsprojekten.

Weiterführende Lektüre:
Pidgin-Knowledge. Wissen und Kolonialismus (Harald Fischer-Tiné 2013)
Was ist Wissensgeschichte? (Philipp Sarasin 2011)
Wissensgeschichte - Eine Standortbestimmung (David Gugerli 2012)
Alle Editoriale unseres Jahrbuchs für Wissensgeschichte (seit 2005)

Unsere Lehre

Nachfrage
Im Zeitalter des Wissens werden Fachleute benötigt, die mit den politischen, wirtschaftlichen, sozialen, ethischen und ästhetischen Voraussetzungen und Folgen der Produktion und Zirkulation von Wissen vertraut sind. Es werden wissenschaftlich geschulte Strateginnen und Strategen benötigt, die verschiedenartige Wissensbestände auf ihre Verflechtungen hin analysieren können. Es werden Sachverständige benötigt, die Wissen allgemeinverständlich vermitteln können.

Angebot
Das ZGW umfasst seit 2007 ein Graduiertenkolleg mit derzeit 26 Doktorierenden und einen Masterstudiengang mit derzeit 44 Studierenden. Des Weiteren werden verschiedene Kurse für Doktorierende der ETHZ und UZH sowie für Pflichtwahlfachstudierende angeboten, z.B. eine periodische Einführungsvorlesung in die Geschichte und Philosophie des Wissens.

VERANSTALTUNGEN

Programm im Frühjahr 2016

Wie in den vergangenen zwei Semestern wird es zweiwöchentlich alternierend ein wissenshistorisches Fachkolloquium an der ETH Zürich sowie unter dem Titel Wissen in Gesellschaft öffentliche Veranstaltungen zu gesellschaftsrelevanten Themen im Cabaret Voltaire geben.
Wir freuen uns ausserdem sehr darauf, Prof. Dr. Franco Moretti und Prof. Dr. Mirjam Zadoff (Gastprofessur »Wissenschaft und Judentum«) als Gäste am ZGW begrüssen zu dürfen.

Folgende Termine sind im Rahmen der Kolloquiumsreihe angesetzt :

29. Feburar (ausnahmsweise montags): ZGW-Kolloquium mit Prof. Franco Moretti

9. März: ZGW-Kolloquium

23. März: Wissen in Gesellschaft mit Prof. Dr. Michael Hampe

6. April: ZGW-Kolloquium

20. April: Wissen in Gesellschaft mit Prof. em. Dr. Jakob Tanner

18. Mai: ZGW-Kolloquium

Das Programm können Sie hier runterladen. Weitere Details finden Sie hier.

Geschichte der Gegenwart

Kolloquium: 25. Februar bis 12. Mai 2016 (Programmflyer)

Veranstaltet von Prof. Dr. Svenja Goltermann (ZGW/UZH) und Prof. Dr. Philipp Sarasin (ZGW/UZH)

Ort & Zeit: Forschungsstelle für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Rämistrasse 64, 8001 Zürich, jeweils donnerstags, 18:15 Uhr

Antrittsvorlesung Martin Dusinberre

Öffentliche Antrittsvorlesung: 2. Mai 2016 (Flyer)

Zum Thema: »Japan, Global History, and the Great Silence«

Ort & Zeit: Universität Zürich, Rämistrasse 71, Aula, 18:15 Uhr

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Was ist und wozu schreibt man eine Wissensgeschichte der Wirtschaft?

Workshop: 18.-19. Mai 2016 (Programm)

Dem Verhältnis von Wissen und Wirtschaft ist in den letzten Jahren vermehrt Aufmerksamkeit geschenkt worden. Gefragt wurde nach der Funktion und Bedeutung von Metaphern in der Ökonomie oder der narrativen Struktur und Diskursivität des Ökonomischen. Bis heute sind diese Arbeiten aber nicht über erste, verstreute Ansätze zu einer Wissensgeschichte der Wirtschaft hinausgekommen. Das Netzwerk »Wissen und Wirtschaft« möchte der Rolle von Wissen im Wirtschaften nachgehen und interessiert sich für neue Forschungsperspektiven und methodische Ansätze einer Wissensgeschichte der Wirtschaft. Der Workshop versucht, erste theoretische und methodische Annäherungen an das Thema zu finden.

Mit Roman Rossfeld (Zürich/ZGW), Monika Wulz (Zürich/ZGW), Verena Halsmayer (Luzern), Hanno Pahl (München), Brigitta Bernet (Zürich/ZGW), Jakob Vogel (Paris), Eva Brugger (Basel), Stefan Leins (Zürich), Oliver Kühschelm (Wien) und Paul-Peter Bänziger (Basel/ZGW)

Organisiert von der Arbeitsgruppe Wissen und Wirtschaft (Kontakt: Roman Rossfeld & Monika Wulz). Mit finanzieller Unterstützung des Graduate Campus (UZH)

Anmeldung & Kontakt: Roman Rossfeld & Monika Wulz

Ort & Zeit: Universität Zürich, Rämistrasse 71, 8006 Zürich, 18.05.: KOL-G-212, 19.05.: KOL-G-217, Uhrzeiten siehe Programm.

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ZGW Kolloquium

18. Mai 2016

Vortrag: Prof. Dr. Jakob Vogel (Centre d`Histoire de Sciences Po, Paris)

Wirtschaftswissen. Rückblicke und Ausblicke auf einen Perspektivenwechsel in der Wirtschaftsgeschichte (Kurzbeschrieb)

Ort & Zeit: ETH Zürich, Clausiusstrasse, RZ Gebäude, Raum F 21, 18.15-20 Uhr

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Workshop Gastprofessur Wissenschaft und Judentum

Workshop: 23.-24. Mai 2016

mit Prof. Dr. Mirjam Zadoff (Gastprofessur »Wissenschaft und Judentum«)

Weitere Informationen folgen

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Dein Bruder Hiob

Öffentlicher Vortrag: 23. Mai 2016 (Flyer)

von Prof. Dr. Mirjam Zadoff (ZGW-Gastprofessorin »Wissenschaft und Judentum«) zum Thema »Dein Bruder Hiob. Das Leben des Werner Scholem«.

Ort & Zeit: ETH Zürich, Clausiusstrasse, RZ Gebäude, Raum F 21, 18.15-20 Uhr

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NEWS & MEDIENPRÄSENZ

Neue ZGW Leitung

April 2016

Wir bedanken uns sehr herzlich bei Andreas Kilcher für den grossen Einsatz in seiner zweijährigen Amtszeit als ZGW Direktor!

Gleichzeitig freuen wir uns auf die Zusammenarbeit mit Svenja Goltermann, die neu Leitung des ZGW übernimmt (Stellvertretung: Lutz Wingert).

Neue assoziierte Mitglieder am ZGW

April 2016

Sehr herzlich begrüssen wir unsere drei neuen assoziierten Mitglieder David Eugster, Sandra Bärnreuther and Frédéric Vagneron am ZGW und freuen uns auf einen inspirierenden Austausch und produktive Zusammenarbeit mit ihnen!

Gratulation!

Wir gratulieren den ZGW-Promovierenden Malte BachemDavid Eugster und Onur Erdur, die ihre Dissertationen erfolgreich verteidigt haben und wünschen ihnen alles Gute für die Zukunft.

»Bibliotheken ohne Bücher?«

Februar 2016

In einem NZZ-Artikel reflektiert Michael Hagner über die »Zukunftsvision« eines digitalisierten Bibliothekswesens, »die ein Horrorszenario sein könnte«.

Ausgezeichnet!

Januar 2016

Ausgezeichnet wurde Gleb Albert für seine Dissertation zum Thema »Das Charisma der Weltrevolution. Revolutionärer Internationalismus in der frühen Sowjetgesellschaft, 1917-1927« gleich zwei Mal: Mit dem Wissenschaftspreis der Rosa Luxemburg Stiftung Sachsen, mit dem jährlich WissenschaftlerInnen geehrt werden, die sich auf originelle und kritische Weise mit drängenden gesellschaftlichen Problemen beschäftigen. Ausserdem erhielt er von der Universitätsgesellschaft Bielefeld den Dissertationspreis 2015. Wir gratulieren!

Stellenausschreibung

February 2016

The Institute of History at the Swiss Federal Institute of Technology (ETH Zürich) invites applications for Doctoral position in Extra-European History. The position is affiliated to the chair History of the Modern World (Prof. Dr. Harald Fischer-Tiné). It is tenable from May 1st, 2016, can be extended up to three years. (Ausschreibung)

For further information, please contact Mrs. Béatrice Schatzmann-von Aesch by email or visit the website. Applications should be submitted online. The deadline is March 30th, 2016.