class="csc-frame csc-frame-default"Wenn Wissen eine Ressource ist, wie steht es um die Nachhaltigkeit?

Zentrum Geschichte des Wissens

Universität Zürich

Eidgenössische Technische Hochschule Zürich

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PHILIPP KRAUER

Swiss 'Tools of Empire'. Eine transnationale Geschichte von Söldnern in Niederländisch-Ostindien, 1814-1914


Rund 7'600 Schweizer Söldner kämpften zwischen 1814 und 1914 für die niederländische Kolonialarmee (KNIL) in Südostasien. Die KNIL rekrutierte bis zu 40% ihrer europäischen Soldaten ausserhalb der Niederlande. Gemessen an ihrer damaligen Bevölkerungsgrösse stellte die Schweiz zeitweise die meisten 'ausländischen' europäischen Soldaten in der KNIL. Die Geschichte dieser Schweizer 'Tools of Empire' ist bis anhin weitgehend unerforscht. Als Akteure einer geteilten Geschichte rückt dieses Projekt die Söldner nun in den Mittelpunkt und ergründet die Fragen, inwiefern sie geholfen haben, das niederländische Kolonialreich aufzubauen und wie ihre imperiale Biographien die Schweiz des 19. Jahrhunderts prägten.

In einem ersten Schritt wird in Zusammenarbeit mit dem Museum Bronbeek in den Niederlanden und dem Informatikdienst der ETH eine Datenbank erstellt, welche Namen, Herkunft und Dienstdauer der Schweizer Söldner enthält. Ausgehend davon sollen regionale und zeitliche Muster des kolonialen Solddienstes eruiert werden. Diese Muster werden schliesslich mittels einer mikrogeschichtlichen Herangehensweise ergänzt. Indem der Fokus auf einzelne Fälle gerichtet wird, können neue Einsichten im Hinblick auf die Motivation, die soziale Interaktion vor Ort, sowie das Leben vor und nach dem Dienst der Söldner gewonnen werden. Mithin wird dadurch ein umfängliches Bild der sozialen, ökonomischen und kulturellen Verflechtungen der Schweizer Söldner mit dem niederländischen Kolonialismus im 19. Jahrhundert gezeichnet.

Dementsprechend knüpft dieses Forschungsprojekt an drei Forschungsfelder an: Erstens schliesst es an der Forschung zu den Schweizer Solddiensten an. Während diese allerdings weitgehend auf Europa und die Frühe Neuzeit begrenzt ist, erweitert das laufende Projekt die räumlichen und zeitlichen Dimensionen dieses Forschungsfeldes auf Europa und Asien im langen 19. Jahrhundert. Zweitens liefert die Arbeit neue Einsichten zur Geschichtsschreibung der Schweiz und der Niederlande. Dadurch, dass das Projekt grenzüberschreitende koloniale Netzwerke in den Blick nimmt, trägt es drittens zu Ansätzen der Globalgeschichte bei, die eurozentrische und nationale Narrative durch ein transnationales ersetzen.