class="csc-frame csc-frame-default"Wieviel Wissen verträgt die Wissensgesellschaft?

Zentrum Geschichte des Wissens

Universität Zürich

Eidgenössische Technische Hochschule Zürich

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NIKI RHYNER

Dorf, Heimat, Industrie, 1948–1989: Das Europa der »angewandten« Sozial- und Geisteswissenschaften


Das Forschungsprojekt beschäftigt sich mit der Wissensgeschichte der kulturellen und wirtschaftlichen Integration Europas. Die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg stellt sich heute primär als politischer und wirtschaftlicher Prozess dar, in dem der staatliche, infrastrukturelle und ökonomische Wiederaufbau Europas schliesslich zum politischen Gebilde der EU führte. Dieser Prozess war aber weder geradlinig noch unumstritten, sondern zeigt sich auch als krisenhafte Veränderung von Lebens- und Arbeitsformen, wie etwa der Transformation der ländlichen Regionen durch Industrieförderung oder der Technisierung von Alltags- und der Rationalisierung von Arbeitswelten. Massnahmen wie etwa die auf armutsbetroffene Regionen ausgerichtete Wirtschaftsförderung hatten aber nicht nur eine politische und wirtschaftliche Dimension, sondern auch eine wissenschaftliche.

In diesem Projekt soll die Geschichte der europäischen Integration von den scheinbar peripheren Schauplätzen her untersucht werden, wo auch Wissenschaftler*innen unterwegs waren: Den Brennpunkten des modernen Europas – dem Dorf, der Heimat und der Industrie – widmete sich insbesondere die Volkskunde. Anhand der Nachlässe von Volkskundler*innen und ihrer empirisch-volkskundlichen Forschungsprojekte sowie anhand von Quellen aus Infrastrukturprogrammen, Industrialisierungsprojekten und Regionalentwicklung wird wissenshistorisch und transnational die Rolle von Geistes- und Sozialwissenschaften im Prozess der europäischen Integration untersucht.