Graduiertenkolleg
Das Graduiertenkolleg "Geschichte des Wissens" befasst sich in einem weiten Sinne mit der Geschichte der modernen Wissenssysteme. "Wissensgeschichte" versteht sich dabei - in Abgrenzung zur klassischen "Wissenschaftsgeschichte" - als ein Versuch, der herausragenden Stellung, die die Wissenschaften in der Gesellschaft einnehmen, mit einer neuen methodischen Perspektive zu begegnen.
Um herkömmliche Grenzziehungen in der Analyse der modernen Wissensgesellschaften zu vermeiden, wird die Zirkulation verschiedener Wissensformen innerhalb der Gesellschaft ins Zentrum gerückt. Dies umfasst sowohl eine Reflexion über die Entstehung, Erhaltung und den Verfall wissenschaftlichen, technischen und medizinischen Wissens, als auch das Nachdenken über nicht-wissenschaftliche Formen von Wissen, wie sie als Wert- und Praxisorientierungen in der Lebenswelt wirksam sind.
Im Graduiertenkolleg "Geschichte des Wissens" wird eine spezifische und innovative Verbindung von philosophischen, wissenschafts- und technikgeschichtlichen Forschungsansätzen einerseits mit sozial-, wirtschafts- und kulturgeschichtlichen andererseits angestrebt. In dem dadurch eröffneten methodisch und thematisch vielversprechenden und international erst neu entstehenden Forschungsgebiet bestanden bislang in der Schweiz keine Promotionsmöglichkeiten. Das Graduiertenkolleg wird vom Schweizerischen Nationalfonds im Rahmen des Doktoratsprogramms ProDoc gefördert und ist organisatorisch in das interuniversitäre Zentrum "Geschichte des Wissens" eingebettet.
